7. HOLZBAU KULTUR

Veranstaltung im Kompetenz Zentrum Holzbau & Ausbau verbindet Kunst, Baukultur und Unterhaltung

Am 29. Juni 2012 fand zum siebten Mal die Veranstaltung Holzbau Kultur auf dem Programm des Kompetenz Zentrums Holzbau & Ausbau in Biberach, womit das Haus traditionell den Dank an die Gäste für die Verbundenheit mit dieser Einrichtung zum Ausdruck bringt.

Kunst kommt von Können

Seit einigen Monaten sind im Kompetenz Zentrum Holzbau & Ausbau eine große Anzahl von Arbeiten der Künstlerin Regine Scharf ausgestellt. In einer eindrücklichen Zusammenschau Ihrer Werke konnte die weitgereiste Künstlerin die Augen für Ihre Umwelt öffnen. Die Gäste waren beeindruckt, auch deshalb, weil sie in der Zusammenschau aller ca. 50 Werken ein vollständiges Bild des Mosaiks  der auf Leinwand gebannten Eindrücke der Künstlerin erhielten.

Campus Galli – Der Weg ist das Ziel
Bürgermeister Arne Zwick aus Meßkirch erläuterte in eindrucksvoller Weise das Vorhaben, eine komplette Klosterstadt in Meßkirch entstehen zu lassen – unter streng historischen Bedingungen: Maschinen und Regenmäntel sind verboten, Kaffee gibt es nicht. Forscher hoffen so auf neue Erkenntnisse über das neunte Jahrhundert. Unterstützt wurde dieser Beitrag über die Karolingische KlosterstadtCampus Galli vom Vorsitzenden des Vereins, Bert M. Geurten, der die Tradition und die Bautechniken in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte. Den Plan trägt der rheinländische Unternehmer schon lange mit sich herum. Gerade einmal 16 Jahre alt war der heute 62jährige, als er in seiner Heimatstadt Aachen in einer Ausstellung ein Modell des St. Gallener Klosterplans sah.

Der Plan vom Beginn des neunten Jahrhunderts zeigt die ideale Klosteranlage, wie der Abt Haito von Reichenau sie sich vorstellte. Vom Hühnerstall bis zur Kirche für 2000 Gläubige sind akribisch aufgezeichnet. Geplant sind insgesamt 52 Gebäude, die ab dem Frühjahr 2013 realisiert werden sollen – mit Ochsenkarren sollen die ersten Steine auf die Baustelle im Wald bei Meßkirch gezogen werden. Um das Jahr 2050, so die bisherigen Schätzungen, könnte die Klosterstadt stehen.

Und es soll hier bei weitem nicht nur eine weitere Touristenattraktion entstehen, sonder knallharte wissenschaftliche Arbeit. Zwölf Experten, darunter Historiker, Architekten und Archäologen, sitzen im wissenschaftlichen Rat der Klosterstadt. Ihre Aufgabe wird sein, sowohl die Handwerker zu beraten, als auch aus deren Erfahrungen zu lernen.

Nicht nur die Handwerker müssen sich auf mittelalterliche Bedingungen einlassen, sonder auch die Besucher. Wenn man Hunger verspürt, so wird es in der Klosterstadt auch nur das geben, was im neunten Jahrhundert auf der Speisekarte stand, so Geurten. Die Kartoffel war unbekannt, Frittenbuden mit Pommes wird man deshalb vergeblich suchen. Und auch Kaffee wird man bei uns nicht trinken können. Alles, was die Handwerker und Gäste verzehren, muss zuvor dem Boden rund um die Baustelle abgetrotzt werden.

Umgesetzt werden soll dieses Vorhaben mit 20 bis 30 Festangestellten, dazu kommen die freiwilligen Helfer. Etwa 40 Jahre werden vergehen, bis zur Setzung des Schlusssteins an der Klosterkirche. Geurten wird dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr leben. Doch das ist ihm egal. „Ich möchte nur in der Krypta als Gründervater eine Gruft bekommen. Da können sie dann kommen und Kerzen für mich anzünden“, so der Vorsitzende des Karolingischen Klosterstadt Vereins schmunzelnd.

Ein szenisches Chorspektakel mit Pauken und Trompeten
Nach so viel Mittelalter kredenzte das KOMZET ein liebevoll arrangiertes Abendbüffet mit “Mischtkratzer-Haxa mit Zimmermannsnägel und B(r)etthupfele”, dessen Speisefolge sich ganz an das Motto des Festvortrages Campus Galli anlehnte. Nach dem Essen ging es weiter mit dem letzen Programmpunkt.

Wer einen gestandenen Zimmermeister-Ausbildungsleiter im Bett mit einer attraktiven Frau sehen, dazu ein beeindruckendes Medley aus Chören und Instrumentalmusik hören wollte und sich nicht vor Dunkelheit fürchtete, erlebte einen großartigen Kleinkunstabend im Holz-Konzertsaal des Kompetenz Zentrum Holzbau & Ausbau.

Frenetischer Beifall verabschiedete die Künstler des Tritonus Kammerchors und des Dramatischen Vereins Biberach nicht ohne die maximale Anzahl der möglichen Zugaben in das Wochenende.

Eine Bildergallerie mit vielen Fotos von einem rundum gelungenen Abend gibt auf unserer Facebook-Seite!


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Künstlerin Regine Scharf zeigt ihre Bilder
(c) Bild: karolingischeklosterstadt.com
Joachim Hörrmann überreicht Bert Geurten zum Dank einen Holz-Timmy
Künstler des Tritonus Kammerchors und des Dramatischen Vereins Biberach
Szenenfoto: unser Ausbildungsmeister und Leiter des ZAZ, Bernd Otto mit Schauspielkollegin Frau Meder.