Neue Qualifikation für den Holzbau in Biberach

Die ersten Absolventen des Meisterkurses Ingenieure sprechen über ihre Erfahrungen, Jobaussichten und Projekte

Ein Gastbeitrag von Heide Gentner, proclima.com

Geselle, Polier, Bauingenieuer und Zimmermeister – das in einem kompakten Studiengang zu lernen war bisher nicht möglich. Das Zimmererzentrum Biberach hat dazu ein Angebot entwickelt. Die ersten Absolventen werden im Februar 2016 ihren Abschluss machen. Von 22 Studenten sind sieben übrig geblieben: „Das zeigt, wie anspruchsvoll die Inhalte sind und dieser Studiengang nur mit viel Ehrgeiz und Engagement zu schaffen ist“, sagt Seminarmanagerin Anna Strahl. Sie hat die Studierenden des Biberacher Modells von Anfang an betreut.

Derzeit befindet sich der Studiengang in der Prüfungsvorbereitung. Während eines Seminars zum Thema Internet und Presse erzählen sie über ihre Motivation, Erfahrungen und zukünftige Projekte.

Familientradition modern weiterführen
Michael Scheffold, 24 Jahre alt aus Laupheim zu seiner Motivation die fünfeinhalb jährige Ausbildung zum Projektmanager, Bauingenieur und Zimmemeister zu abolvieren: „Weil ich mir das Wissen aneignen wollte, wie man erfolgreich ein Zimmererunternehmen leitet. Ziel ist, dass ich unser Familienunternehmen, die Scheffold Holzbau GmbH erfolgreich weiter zu führen.“

Fokus auf Qualität im Holzbau
Timo Mahl, 24 Jahre alt aus Meersburg wollte unbedingt eine Ausbildung im Holzbau machen und studieren: „Daher habe ich mich für die Kombination am Kompetenzzentrum Biberach entschieden. Hier wird sowohl Theorie als auch Praxis gelehrt. Der Meisterkurs hier hat einen sehr guten Ruf, auch meine Kollegen bei Holzbau Schmäh haben hier ihre Ausbildung gemacht”.

Leidenschaft für den Werkstoff Holz
„Unser Familienunternehmen Arnold Haus GmbH besteht seit 1866. Ich bin mit Holzklötzen aufgewachsen und wollte schon immer Zimmerer werden. Für diese intensive Ausbildung in
Biberach habe ich mich entschieden, weil Wissen die Grundlage für Qualität ist. Ich interessiere mich vor allem für den Hausbau und freue mich zu zeigen, welche tollen Konstruktion man mit dem vielfältigen Werkstoff Holz bauen kann“, sagt Julian Arnold aus Riedlingen.

Inspiration durchs Studium
Alexander Erny, 24 Jahre alt, ist aus Mannheim und arbeitet in dem Familienunternehmen Holzbau Erny in der fünften Generation. Nach seinem Abschluss als Bauingenieur und Zimmermeister will er in anderen Unternehmen Erfahrungen als Bauleiter sammeln: „Durch das Ingenieurstudium habe ich viele Bereiche des Bauens kennen gelernt. Jetzt möchte ich auch meinen Horizont praktisch erweitern. Besonders interessieren mich große Hochbauprojekte. Das Spannende hier ist, dass viele Gewerke und Werkstoffe aufeinander treffen.“

Verbindung von Theorie und Praxis
Philip Waldmann aus Besigheim ist 27 Jahre alt und wollte schon immer Bauingenieurswesen studieren: „Dadurch habe ich ein gutes Verständnis bekommen, wie beispielsweise Statik und Architektur zusammenhängen. Die handwerkliche Ausbildung war mir wichtig, damit ich praktische Erfahrung sammle und auch mich als Führungspersönlichkeit entwickeln kann.“ Er wird nach seinem Abschluss im Februar 2016 wieder in seinem Ausbildungsbetrieb Rikker Holzbau in Affalterbach arbeiten.


Mit allen Baubeteiligten auf Augenhöhe

Auch Michael Fritz, 25 Jahre, aus Schlat ist überzeugt, dass die beste Qualität eine Symbiose aus tiefem Fachwissen und praktischen Erfahrung entsteht: „Im Studium habe ich die akademische Seite kennen gelernt, beispielsweise auf was Bauleiter achten müssen. Durch meine Ausbildung zum Zimmerer weiß ich wie der Ton auf einer Baustelle ist und wie man mit Planern und Ausführende umgeht. Nach meinem Abschluss in Biberach werde ich wieder bei meinem Ausbildungsbetrieb Holzbau Pfnür arbeitet. Dieses Mal jedoch nicht als Auszubildender, sondern als Führungskraft.“

Meisterkurs-Ingenieure2-Heidi-Gentner.jpg

Zurück
Michael Scheffold
Timo Mahl
Julian Arnold
Alexander Erny
Philip Waldmann
Michael Fritz