Lossprechungsfeier der Zimmerer-Innung Biberach im Bildungszentrum Holzbau

Ein Bericht von Anna Strahl

Am 15. September 2016 lud die Zimmerer-Innung Biberach zur alljährlichen Losrechungsfeier ins Bildungszentrum Holzbau ein. Zahlreiche Gäste folgten dieser Einladung und die Feier wurde mit der Übergabe des Ausbildungspreises der Innung eröffnet.

Obermeister Max Steigitzer gab die Namen der drei besten Absolventen bekannt und überreichte dem besten und erfolgreichsten Junggesellen nunmehr bereits zum vierten Mal einen Autoschüssel. Als Jahrgangsbester darf Jakob Weiß ein Jahr lang als Belohnung für seinen Fleiß einen VW-Up “all inclusive” fahren. Die Zimmerer-Innung Biberach übernimmt alle Kosten des Fahrzeuges, ausgenommen der Benzinkosten und honoriert so den Fleiß und das Engagement während der Ausbildung. Zum ersten Mal gab es dieses Jahr auch eine Belohnung für den Zweit- und Drittbesten der diesjährigen Gesellenprüfung. So durften sich Lukas Pfarr über einen Geldbetrag von 250 Euro (2. Preis) und Benedikt Gehring über 125 Euro (3.Preis) freuen.

Nach anschließendem kurzen Umtrunk bat der Hausherr und Leiter des Bildungszentrums Holzbau, Markus Weitzmann, die Gäste zur Lossprechungsfeier in die Werkstatt des Kompetenzzentrums Holzbau & Ausbau.

Die Zimmerer-Kapelle stimmte die Gäste aus Nah und Fern musikalisch auf das anschließende Festprogramm ein, bevor Markus Weitzmann die Junggesellen und Gäste auf humorvolle und kurzweilige Art und Weise begrüßte. “Mein erster Gruß geht an Sie liebe Junggesellen, Ihr seid heute unsere höchsten Ehrengäste”, so leitete Weitzmann seine Eröffnungsrede ein. Auch hieß er alle anwesenden Familien, Eltern, Freunde, Bekannte und Verwandte der Junggesellen willkommen sowie die Vertreter der Prüfungskommission, die Obermeister aus Biberach und Ravensburg, den Kreishandwerksmeister, die Schulleiterin der Karl-Arnold-Schule und alle, die in irgendeiner Weise an der Ausbildung und Prüfungsbegleitung der neuen Zimmerer Gesellen beteiligt waren. “Mit Ihrem Kommen zeigen Sie Ihre Wertschätzung gegenüber dem Handwerk”, bedankte er sich bei den Gästen.

Der Obermeister der Zimmerer-Innung Biberach, Max Steigitzer, schloss sich dieser Grußrede an und betonte die vorbildlichen Leistungen und Arbeit aller Beteiligten.  Max Steigitzer erklärte den Zuhörern, wie sich die Bewertung der Prüfungsergebnisse zusammensetzt und wie die Jahrganggsbesten ermittelt werden.

Auch Obermeister Michael Kränzle von der Zimmerer-Innung Ravensburg meinte, es sei eine Ehre, gute Leistungen auszuzeichnen und ermutigte die Junggesellen, stets mit Stolz ihr Handwerk zu zeigen und zu verfolgen.

Die Schulleiterin der Karl-Arnold-Schule beglückwünschte die Prüfungsteilnehmer zur erbrachten Leistung und rechnete den staunenden Gästen vor, dass die Anwesenheit der überaus zahlreichen Gäste eine Geste der Wertschätzung und Anerkennung der dualen Ausbildung darstelle – immerhin kamen pro Gesellen 7 Gäste! Frau Granacher-Buroh bezeichnete die Vernetzung akademischer und beruflicher Ausbildung als vorbildlich und unerlässlich, was die sehr erfolgreich verlaufende Ausbildung des Biberacher Modells zeige. Der Slogan “Handwerk hat goldenen Boden” ist aktueller denn je und zeige Wege in die Selbstständigkeit, ist zukunftsfähig und verspricht sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ihr besonderer Dank galt allen Wegbegleitern und sie bezeichnete die Zusammenarbeit aller beteiligten Kammern, Innungen, Schulen und Ausbildungsbetriebe als einmalig.
Als Leitsatz gab sie den Junggesellen mit auf den Weg, mit Kopf, Herz und Verstand ihr Wissen im Alltag umzusetzen.

Kreishandwerksmeister Franz Manz bildete den Schluss der Grußreden und nannte die neuen Gesellen die eigentlichen Stars des heutigen Abends. Manz erläuterte den Gästen auch die Bedeutung und den Ursprung der “Lossprechung”. So musste ein Lehrling einst ehrbar sein, er musste seinem Lehrmeister Lehrgeld bezahlen und verpflichtete sich zu absolutem Gehorsam. Am Ende der Lehrzeit wurde er dann von all diesen Pflichten “losgesprochen” und musste den Betrieb verlassen. Franz Manz beglückwünschte die Junggesellen zu ihrer Berufswahl – dem Hand-Werk: Mit den Händen ein Werk erschaffen. Auch er betonte die Wichtigkeit des ständigen Weiterlernens. “Ihre Lehrzeit ist zu Ende, das Lernen aber nie”, meinte Manz. “Bleiben Sie stets offen für Neues.”

Nach einer kurzen musikalischen Einlage der Zimmerer-Kapelle ging es zur Überreichung der Gesellenprüfungszeugnisse und Ehrungen durch den Prüfungsvorsitzenden Wolfgang Heber und die Obermeister Steigitzer und Kränzle. Bevor Wolfgang Heber die frisch gebackenen Gesellen nach vorne rief, zeigte er kurz die Entwicklung der letzten Prüfungsjahre auf. Im Jahre 2005 waren es 79 Prüfungsteilnehmer, 10 Jahre später bereits 153 Teilnehmer und dieses Jahr absolvierten 173  Auszubildende Ihre Gesellenprüfung.

Sein ausdrücklicher Dank ging an alle beteiligten Prüfer, die unzählige Stunden für die Vorbereitung, Prüfungsabnahme und Auswertung leisteten und den “Feen” der Kreishandwerkerschaft für die stets zuverlässige Organisation, sowie der Karl-Arnold-Schule für die kostenlose Überlassung der Prüfungsräume.

Bevor Heber dann zur wichtigsten Handlung des Abends überging, der Zeugnisübergabe, meinte er, nun sei es aber endlich Zeit, das Jacket abzulegen und der Beifall der Zuschauer gab ihm Recht. Prüfungsvorsitzender Wolfgang Heber, die Obermeister der Zimmerer-Innung Biberach, Max Steigitzer, und der Zimmerer-Innung Ravensburg, Michael Kränzle übergaben den Junggesellen ihre Prügungszeugnisse und Ehrungen und gratulierten ihnen zu den erfolgreichen Abschlüssen.

Die abschließenden Geleitworte kamen vom Leiter des Ausbildungsbereichs, Bernhard Otto. Er gratulierte den neuen Gesellen zu ihrem “anständigen” Beruf. Nun heiße es, Verantwortung übernehmen in Beruf und Gesellschaft. “Tragt das Bild des Zimmerers mit Stolz und Anstand und geht wachsam durch die Welt.”

Auch Bernhard Otto bedankte sich bei allen Anwesenden furs Mitfeiern, für die gezeigte Unterstützung während der Ausbildungszeit und den Prüfungen, für das gute Miteinander zwischen Ausbildungsbetrieben, Kammern, Innungen und Schulen und bei allen fleißigen Helfern im Ausbildungszentrum und Kompetenzzentrum Holzbau & Ausbau.

Beendet wurden die Feierlichkeiten mit dem traditionellen Zimmererklatsch mit musikalischer Begleitung durch die Zimmerer-Kapelle, bevor die Gäste den Abend   bei angeregten Gesprächen und einem reichhaltigen Buffet, angeboten durch das Team des Bildungszentrums Holzbau, gemütlich ausklingen ließen.

Bericht in der Schwäbischen Zeitung


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