53 Absolventen vom Bildungszentrum Biberach von Holzbau Baden-Württemberg feierlich verabschiedet

Ein Bericht von Jens Rothfuß

Am 16. Mai 2014 fand im Zimmerer Ausbildungs Zentrum und Kompetenz Zentrum Holzbau & Ausbau Biberach die feierliche Verabschiedung der Fortbildungskurse 2014 statt.

Der Vorsitzende des Berufsförderungsvereins von Holzbau Baden-Württemberg, Karlheinz Schmid, begrüßte die Teilnehmer, Gäste und Referenten und betonte besonders die Chancen, die eine Weiterbildungsmaßnahme mit sich bringt, denn Weiterbildung ist Grundlage für berufliche Handlungskompetenz sowie Voraussetzung für eine Führungskraft. Der entscheidende Vorteil macht hierbei oft nur 5 Prozent aus, die eine gute Qualität und somit einen dauerhafter Erfolg des Handwerks gewährleisten werden.  Er ermutigte die Absolventen die gewonnenen Fähigkeiten rasch einzusetzen und sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Er verabschiedete sich mit dem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun“.

Gesamtleiter Thomas Rothfuß betonte im Rahmen seiner Festrede einen sehr wichtigen Aspekt, der nicht nur unsere Betriebe beschäftigt, nämlich den aus der demographischen Entwicklung resultierenden „Fachkräftemangel“. Die Ziele der Zukunft sind von vielen Betrieben bereits eindeutig formuliert. Ausbildungsbereitschaft erhalten bzw. ausbauen, Mitarbeiterstand halten bzw. leicht erhöhen und Qualifizierung der eigenen Mitarbeitern bzw. Installieren einer zweiten Führungsebene im Betrieb mit eigenen Fachkräften. Thomas Rothfuß sieht hierbei folgende Ansätze:
1. Ausbilden, Ausbilden und Ausbilden
2. Ausarbeiten einer fundierten Entwicklungsplanung mit klaren Zielen
3. Entwickeln einer langfristig angelegten Strategie bezüglich der Arbeitsplätze mit dem Ziel für die Mitarbeiter und für alle Altersgruppen zu planen.
Das bedeutet, dass die Chancen und die Herausforderungen der Zukunft nur mit interdisziplinär qualifiziertem Personal realisiert werden können. Hierbei spielt die Aus-, Fort- und Weiterbildung weiterhin eine zentrale Rolle. Neben der Fachkompetenz werden auch die sogenannten Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Kundenorientierung, Personal- und Sozialkompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Der Vorsitzende des Restauratorenverbandes, Jürgen Lauffer, stellte in seinem Grußwort fest, dass „hier in Biberach Weiterbildungskonzepte erfolgreich umgesetzt werden und das Kompetenz Zentrum Holzbau & Ausbau unumstritten zu einem der besten Weiterbildungszentren für den Holzbau in Deutschland zählt, wenn nicht sogar weltweit“. Er gratulierte allen Absolventen, die den richtigen Weg in eine erfolgreiche Zukunft gewählt haben, denn bereits bei den Vorarbeitern trennt sich die Spreu vom Weizen. Natürlich werden auch die Poliere ihren Platz im Betrieb finden. Sie haben mit der Fortbildung den Grundstein für die nächste Fortbildung zum Zimmermeister gelegt und müssen zukünftig in der Baustellenleitung noch mehr denn je die Sicherheit am Bau gewährleisten. In Anlehnung an Benjamin Franklin sagte er zielgerichtet „Eine Investition in Wissen bringt die meisten Zinsen.“

Maximilian Schneider, Leiter Fort- und Weiterbildung informierte die Gäste, dass in diesem Jahr die Polierprüfung erstmals nach der neuen Prüfungsordnung durchgeführt wurde, die vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, der deutschen Bauindustrie sowie von der Industriegewerkschaft Bauen - Agrar – Umwelt ausgearbeitet wurde. Er unterstrich die Veränderungen und hob besonders den Prüfungsteil „Baubetrieb“ hervor, indem die Teilnehmer ein Projekt aus der Praxis dokumentieren und präsentieren mussten – von der Organisation der Baustelleneinrichtung bis zur Abrechnung. Er bedankte sich bei allen Prüfungsausschussmitgliedern für ihr ehrenamtliches Engagement.

Im Mittelpunkt der Kursverabschiedung stand natürlich die Überreichung der Zeugnisse und Urkunden an alle Absolventen der verschiedenen Kurse. 53 Teilnehmer in den Kursen Zimmerer für Restaurierungsarbeiten, Vorarbeiter und Geprüfter Polier haben die Prüfungen bestanden, zum Teil mit herausragenden Ergebnissen.
Die diesjährigen Preisträger bei den Zimmerern für Restaurierungsarbeiten waren Dominik Buck (Holzbau Herter, Hayingen) und Ludwig Huber (Vinzenz Bachmann, Schleching-Mettenham).
Bei den Vorarbeitern im Zimmererhandwerk konnten Christian Schulze (Zimmerei Schenk, Suderburg / Böddenstedt) und Georg Hölzle (Baugeschäft Karl Epple, Hawangen), mit ihren Leistungen überzeugen. Die besten Leistungen im Polierkurs wurden von Stephan Fischer (Zimmerei Johann Schlemmer & Sohn, Moorenweis) und Josef Eicher (Zimmerei Franz Wörndl, Eggstätt) abgeliefert.

Im Anschluss bedankte sich Thomas Rothfuß bei Karl-Josef Weber, der mit dem Kurs Zimmerer für Restaurierungsarbeiten eine „Marke“ geschaffen hat und bei Peter Forster für die jahrelange Unterstützung.

Die musikalische Begleitung übernahmen gekonnt Frau Bauer und Herrn Böhm von der Jugendmusikschule Biberach.

Die Grußworte der Kursteilnehmer wurden von Dominik Mareth (Poliere) und Christian Schulze (Vorarbeiter) ausgesprochen. Beide sprachen von einer tollen, aber auch sehr anspruchsvollen Zeit in Biberach.

Zum Schluss würdigte Thomas Rothfuß nochmals die hohe Lernbereitschaft der äußerst motivierten Kursteilnehmer und sprach lobende Worte für die geleistete Arbeit aller Referenten sowie sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Anschließend wurden die 80 Gäste zu einem reichhaltigen Buffet im Restaurantbereich eingeladen.


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Kurs der Vorarbeiter und Poliere
Kurs der Zimmerer für Restaurierungsarbeiten